|
Glossar
zu Begriffen rund um Kunstwerke
Haben Sie eine Frage ? - Schreiben Sie uns |
|
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
Z |
|
Ätzgrund |
Säurebeständige
Deckfirnisschicht aus *Asphaltlack, Wachs o.ä.. Sie wird bei einigen
Varianten der *Radierung auf die Druckplatte aufgetragen, um nicht
gravierte Stellen vor Säureeinwirkung zu schützen. |
|
Ätzung |
Bei der *Radierung: Neben der direkten mechanischen
Bearbeitung einer *Druckform (z. B. *Kaltnadelradierung) können
farbeaufnehmende, tieferliegende Linien und Flächen auch durch Ätzung
mit einer Säure (z.B. Eisenchlorid) erzielt werden. Dabei bestimmt die
Dauer des Säurebades der *Druckform die Tiefe der Ätzung, somit die
Menge der Farbaufnahme und letztlich die Farbintensität des Druckes. Um
eine unterschiedlich starke Farbgebung auf einem *Druckträger (z.B.
Papier) zu erzielen, kann der Ätzvorgang (also das Säurebad) mehrfach
wiederholt werden, wobei nach jedem Bad die bereits ausreichend geätzten
Stellen mit *Asphaltlack abgedeckt und damit vor weiterer Ätzung
geschützt werden. Bei der *Lithographie: Die nicht bearbeiteten Stellen
der *Druckform, also des Steines, werden befeuchtet und mit einer
fettabstoßenden Schicht überzogen. |
|
Algraphie |
(= Aluminiumdruck): 1892 von dem Lithographen Josef
Scholz entwickeltes
*Flachdruckverfahren, zählt
zu den wichtigsten
lithographischen Verfahren.
Anders als bei der *Lithographie
wird bei der Algraphie eine
gekörnte Aluminiumplatte verwendet.
Arbeitsmaterialien (z.B.
Lithokreide, -tusche) und Arbeitsweise entsprechen denen der
*Lithographie vom Stein. Aluminiumplatten sind heute
wegen ihres im Vergleich zum Stein
relativ geringen Preises und der einfacheren
Handhabung weit
verbreitet. |
|
Aludibond |
(3 mm) Belastbares Schildermaterial, Sandwichverfahren
(Kern aus Kunststoff, Außenseiten aus Aluminium, Grundfarbe weiß, glatte
Oberfläche, Rückseite Aluminium natur oder weiß (0,5 mm Alu, 3 mm PVC,
0,5 mm Alu). |
|
A. P. |
(engl. Artist Print): *Auflage |
|
Aquatinta |
(ital.
aqua forte = Scheidewasser/Salpetersäure, tinta = Farbe): *Tiefdruckverfahren
zur Erzeugung von flächigen Farbeffekten. Die *Druckform wird dabei mit
Hilfe eines Siebes oder im sogenannten Staubkasten mit saürefreiem Asphalt-
oder Kolophoniumstaub bedeckt und anschließend von unten erhitzt. Die Pulverpartikel verschmelzen mit der *Druckform.
Es folgt die *Ätzung, bei der die
Säure nur in die Zwischenräume
der feinporigen Oberfläche
dringt. Die so entstandene Aquatintaschicht wird anschließend
eingefärbt, wobei die Farbintensität von der Feinheit der Staubkörner, deren
Dichte und der Tiefe der *Ätzung bestimmt wird. Eine lineare
Darstellung auf derselben *Druckform kann vor und/oder nach der
Aquatinta erfolgen (*Strichätzung, *Kaltnadelradierung,
*Kombinationsdruck). |
|
Asphaltlack |
Erdpech, das sich dank
seiner Säurebeständigkeit beim *Tiefdruck als Abdeckmittel besonders
eignet. Dünn aufgetragen ist der Lack lichtempfindlich. Er ist in
Terpentin, Benzin oder Petroleum löslich. |
Auflage
 |
Gesamtanzahl der gefertigten
Einzelexemplare in der multiplizierten Kunst (*Druckgraphik, *Skulptur,
*Objekt, "Multiple, *Künstlerbuch, *Photographie). Die Auflagenhöhe zu
bestimmen ist das Recht des Künstlers. Diese Limitierung soll Künstler
und Sammler vor unbefugter Vervielfältigung schützen. Die Gesamtauflage
wird in arabischen Ziffern durchnummeriert, und zwar in Form eines
Bruchs, bei dem der Zähler die Nummer des einzelnen Exemplars, der
Nenner die Gesamthöhe der Auflage bezeichnet (z.B. 25/150, Exemplar 25
von 150). Zusätzlich zu dieser Auflage werden oft weitere Exemplare, die
sogenannten 'E.A.' (Epreuve d'Artiste), 'A.P.' ( Artist Print), 'H.C.'
(Hors de Commerce) und 'Künstlerdruck', für den Eigenbedarf des
Künstlers gefertigt. Sie werden meist in römischen Ziffern unter Zusatz
eines der genannten Kürzel numeriert (z.B. ll/XV E.A.). Darüberhinaus
erhält im Bereich der Druckgraphik häufig auch der Drucker einige
Belegexemplare. Diese werden als p.p. (printer's proof)
bezeichnet. |
|
Betonguß |
*Plastik. Ein Tonmodell
(Positivform) wird mit Stuckgips umhüllt, der nach dem Erhärten an
vorher festgelegten Stellen aufgebrochen und entfernt wird. Je nach
Kompliziertheit des Modells besteht diese sogenannte Negativform (also
der Abdruck des Tonmodels) aus zwei Teilen oder einer Hauptform und
mehreren Stückteilen (z.B. Rumpf und Gliedmaßen eines Körpers). Die
Teile der Negativform werden mit Zementbrei ausgepinselt, auf den dann
eine durchfeuchtete Betonmischung (ca.
3-5 cm stark bei einem
lebensgroßen Kopf) aufgetragen wird. Eingewikkelt in nasse Tücher und
Folien erstarrt der Beton in den Stückteilen. Diese werden anschließend
zur endgültigen Form zusammengesetzt, die wiederum naß umwickelt,
nochmals möglichst lange reift. Danach kann der Gipsmantel abgeschlagen
werden (daher die Bezeichnung 'Verlorene Form' für eine nur einmal
verwendbare Gußform). |
|
Brennschnitt |
Mit dem Schneidbrenner können Metallplatten, Metallrohre
(z.B. Stahl o. Eisen) mit einer Flamme in der Schnittfuge auf
Zündtemperatur erhitzt und im Sauerstoffstrahl verbrannt werden u. so
z.B. die Einzelteile für eine Metallskulptur (*Skulptur) hergestellt
werden. Der Schneidbrenner ermöglicht im Gegensatz zur Eisensäge eine
freiere Führung beim Kurvenschnitt. |
Bronzeguß
 |
Beim Bronzeguß haben sich zwei
Verfahren bewährt: das Sandguß- und das Wachsausschmelz- (oder
Präzisionsguß-) verfahren. Während das Sandgußverfahren bevorzugt bei
der Erstellung von Großplastiken (bis 50.000 kg und mehr) Verwendung
findet, hat sich das Wachsausschmelzverfahren besonders beim Guß von
Kleinplastiken bewährt. Dabei wird von einem Modell aus Ton, Gips o.ä.
ein Wachsmodell (Hohlform mit einer Wanddicke von ca.
4 mm bis 1,5 cm)
angefertigt, das mit einer feuerfesten Kernmasse gefüllt und der
Formmasse ummantelt wird. Das Wachs wird ausgeschmolzen und in den
leeren Raum zwischen Kern- und Formmasse die flüssige Bronze gegossen.
Nach deren Erkalten werden Kern- und Formmasse entfernt. |
|
Bütten(papier) |
*Papier |
|
C-Print |
Chromogenic-Print: Being a process of
photographic film development in which silver halides activate
precursors of chemical dyes that form the final image while the silver
is removed; also : being a film developed by this process |
|
Carborundum |
Kombination aus *Radierung und *Prägedruck. Zusätzlich
zur Radierung werden bestimmte Stellen der Druckplatte mit einer
Mischung aus Carborundum (Schleifsand für Lithosteine und Zink- bzw.
Titanweiß) bedeckt. Anschließend wird die Platte erhitzt, die
aufgetragene Masse schmilzt und verbindet sich fest mit der Platte. Beim
Druck hinterlassen die so beschichteten, erhabenen Stellen Prägungen
auf dein Druckträger (*Papier). Dieses Verfahren wird in vielfältiger
Weise variiert. |
|
China Collage |
Ursprünglich Bezeichnung für eine
Graphik auf Reispapier, die mittels Reisstärke auf ein darunterliegendes
handgeschöpftes Bütten (*Papier) kaschiert (frz. cacher
= verbergen) wurde.
Heute wird darunter generell eine künstlerische *Originalgraphik
verstanden, die mit einem darunterliegenden, etwas größeren Papier fest
verbunden ist. |
Cibachrome-
verfahren |
Photographische Farbkopie, benannt
nach der Herstellerfirma des Color-Photopapieres und der entsprechenden
Chemie. Nach Übertragung der Patentrechte nun wesentlich verbessert
unter dem Namen "Ilfochrome" auf dem Markt. Künstlerisch eingesetzt wird
diese photographische Farbkopie dem Bereich der 'Copy
Art' zugerechnet. Sie
zeichnet sich durch eine sehr gute Lichtbeständigkeit aus. |
|
Collage |
(frz.: coller
= kleben): Kombination
unterschiedlicher Materialien zu einer neuen ästhetischen Einheit. Eine
Collage kann als Druckträger verwendet, d.h. bedruckt werden.
Andererseits kann durch das Applizieren verschiedener Stoffe auf eine
*Druckgraphik eine Collage entstehen. Ob eine Collage der
multiplizierbaren Kunst zuzurechnen ist oder als *Unikat zu gelten hat,
ist demnach im Einzelfall zu entscheiden. |
Colorierung
|
Farbige Überzeichnung oder Ubermalung
einer Druckgraphik oder eines schwarz-weiß Photos
durch den Künstler. |
|
Diasec |
Das DIASEC - Verfahren
ist eine Methode der dauerhaften Verbindung von Bild- und
Diapositivmaterial mit Acrylglas (Plexiglas).
Für eine Vielzahl von
Anwendungsbereichen stehen mehrere Abwandlungen des Verfahrens zur
Verfügung, die jede auf ihre spezifische Art eine optimale Wirkung
gewährleistet. Der erreichte Zweck des DIASEC® - Verfahrens ist die
Verbindung von labilen Materialien mit Acrylglas zu festen Platten,
Schutz des Materials gegen Ultraviolettstrahlung und mechanische
Beschädigung, Konservierung gegen Witterungseinflüsse und gegen
Einwirkung von chemischen Luftverunreinigungen, sowie die Erhöhung des
ästhetischen Effektes bei der Präsentation.
Aufsichtsbilder, Drucke,
Großdiapositive können auf elegante Weise hinter Acrylglas und PVC
präsentiert werden. Es erfolgt eine glasklare oder matte, schlieren- und
blasenfrei dauerhafte Verbindung des Bildmateriales mit dem
Trägermaterial.
Durch die
lichtbrechungsfreie Verbindung mit der Bildebene wird der optische
Tiefeneindruck erheblich verstärkt. Das Bildmaterial ist so zusätzlich
gegen Ultraviolettstrahlung, Feuchtigkeit und Witterung geschützt. Teile
größerer Motive können auf Stoß nebeneinander montiert werden. Das
Format der Platten wird randlos ausgenützt und kann nachträglich noch
auf Maß geschnitten, gebohrt oder gefräst werden.
Wichtiger Hinweis: Um
das DIASEC® - Verfahren anwenden zu können, müssen die an uns
übergebenen Vergrößerungen, Drucke, Dokumente oder Pläne mit einem
codierten Ausschnitt versehen sein und mindestens 10 mm Überformat
haben. |
|
Druckform |
Bezeichnung
für das Druckmedium von dem gedruckt wird (z.B. der Stein der
*Lithographie, das Linoleum des *Linolschnitts oder die Metallplatte bei
der *Radierung). |
|
Druckgraphik |
Bezeichnung
für künstlerische Arbeiten auf Papier, die mittels Drucktechniken
vervielfältigt werden. |
|
Druckstock |
Beim
*Hochdruck, speziell beim *Holzdruck, *Holzschnitt und *Holzstich,
gebräuchliche Bezeichnung für die *Druckform. |
Druckträger
|
Bezeichnet
das Medium, das mit der *Druckform bedruckt wird. Druckträger sind z.B.
*Papier, Glas-, Kunststoff- oder Metallplatten und Stoff. |
|
E.A. |
(frz.
Epreuve d'Artiste): *Auflage
E.E.(frz. Epreuve d'Essai):
=
Probedruck |
|
eloxieren |
Aufbringen
der Schutzschicht Eloxal auf Aluminium; verhindert die Bildung einer
Patina (*patinieren). |
|
Flachdruck |
Druckverfahren, bei
dein anders als beim *Hoch- und *Tiefdruck, die druckenden und
nichtdruckenden Teile der *Druckform auf einer Ebene liegen. Das
Druckprinzip beruht auf der Eigenschaft von Fett und Wasser, sich
gegenseitig abzustoßen. Durch chemische Behandlung werden die druckenden
Teile der Druckform wasserabstoßend (und damit fetthaltige Farbe
annehmend), die nicht druckenden fett- und damit farbabstoßend gemacht.
Die bekanntesten Flachdruckverfahren sind *Lithographie, *Licht- und
*Offsetdruck. |
|
Forex |
(3 mm) Leichtes Hartschaummaterial, Grundfarbe weiß, leicht
strukturierte Oberfläche. |
|
Frottage |
Durchreibetechnik. Auf einen Gegenstand mit Oberflächenrelief wird
*Papier gelegt, über das flach mit einem färbenden Stift gerieben wird.
Dadurch zeichnet sich die Oberflächenstruktur des Gegenstands auf dem
Papier ab. Dieses Basisverfahren wird vielfach variiert, z.B. durch
Anfeuchten des Papiers oder Einfärben mit einer Walze. |
|
Gatorboard |
Gatorfoam® Graphic Arts Board The toughest laminated foam panel you can
buy. If the job calls for a rugged, durable board that resists dents and
punctures, you'll want Gatorfoam and nothing else. The exceptionally
hard, smooth surface is uniform and blemish free. Photomounters, artists,
designers, sign painters, exhibit builders, and engineers have counted
on it for years. Gatorfoam has a light, durable core of polystyrene foam,
bonded on both sides to patented Luxcell® facings. These wood fiber
veneers are impregnated with a proprietary resin for integrity,
durability, and moisture-resistance.
Ideal for
indoor or outdoor use, Gatorfoam comes in 4-foot by 8-foot sheets and
five thicknesses up to 1 1/2 inches. |
| Glasklischeedruck |
(auch Cliché verre): Photographischgraphisches Verfahren, bei dein eine
mit Kollodium, Ölfarbe, Graphit o.ä. überzogene und damit
lichtundurchlässige Glasplatte graviert wird. Dieses 'Negativ' kopiert
man auf Photopapier, das anschließend entwickelt und fixiert wird. |
| Graphik |
(griech.
graphein = schreiben, zeichnen, einritzen): Übergreifende Bezeichnung
für alle Gebiete der Zeichnung (auch der *Unikate inklusive der
Aquarellmalerei im Sinne von Hand-(Schrift-) Zeichnung mit dem Pinsel)
in Kunst und Industrie (technische Zeichnung, Gebrauchsgraphik) sowie
für die Druckgraphik.
|
| Gummi arabicum |
Saft
der afrikanischen und australischen Akazie mit fettabstoßender und
feuchtigkeitshaltender Wirkung. Mit ihm werden bei der *Lithographie die
nicht bearbeiteten Stellen des Steins vor dem Druck überzogen, d.h.
geätzt (*Ätzung). |
Gummidruck
|
Photographisches Druckverfahren, hei dem Papier mit einer Mischung aus
*Gummi arabicum, Kaliumbichromat und Farbpigmenten überzogen und
lichtempfindlich gemacht wird. Anschließend wird ein Negativ aufkopiert
und im Wasserbad entwickelt. |
|
H.C. |
(frz. Hors de Commerce): *Auflage. |
|
Handdruck |
Heutige Bezeichnung
für jeden vom Künstler selbst erstellten Druck, im Gegensatz zum
industriellen Druck. |
| Hayter-Drucktechnik |
(nach William Stanley Hayter 1901-1988): Variante der Farbradierung
(*Radierung) deren Besonderheit darin besteht, daß in einem Druckvorgang
der *Druckträger mit nicht ineindnderlaufenden Farben unterschiedlich
stark bedruckt wird. Die Verwendung von Farben mit unterschiedlich hohem
Ölanteil und damit unterschiedlicher Fließfähigkeit verhindert ein
Ineinanderlaufen und läßt sie unterschiedlich tief in die gestochenen
oder geätzten Partien der *Druckform eindringen. Kleine Abweichungen in
der Viskosität der Farben führen zu kleinen Varianten von Druck zu
Druck, 'simultaneous prints'
genannt. (Quelle:
Veronika Flesch, Starnberg) |
| Heliogravüre |
(griech.
helios = Sonne): = Photoätzung = Photogravüre (*Tief-druckverfahren,
*Radierung). Von einer Bildvorlage wird ein rasterloses Halbtonnegativ
und davon ein Diapositiv hergestellt, das man auf lichtempfindliches,
mit einer Gelatineschicht überzogenes Pergamentpapier kopiert. Dabei
werden die vom Licht getroffenen Stellen der Gelatineschicht gehärtet
und je nach Intensität des Lichteinfalls in ihrer Dicke verändert. Das
so entstandene Gelatine-Relief gibt in seiner Schichtdicke genau die
Halbtonwerte des aufkopierten Bildes wieder und läßt die Säure, nachdem
das Pergamentpapier mit warmem Wasser abgelöst wurde, beim
anschließenden Ätzvorgang unterschiedlich tief in den mit einer
*Aquatinta beschichteten *Druckträger (hier Metallplatte) eindringen.
Auf diese Weise kann beim Druck fast die Wiedergabegenauigkeit einer
*Photographie erreicht werden. |
|
Hochdruck |
Druckverfahren, bei dem die druckenden Teile der *Druckform erhaben
sind. Nur sie werden eingefärbt, während die tieferliegenden Partien
farbfrei bleiben und nicht drucken. Die bekanntesten Hochdruckverfahren
sind *Holz-, *Linol-, *Kartonschnitt und Buchdruck. |
|
Holzdruck |
Bezeichnung
für sämtliche Drucktechniken von hölzernen *Druckstöcken, die nicht den
eng gefaßten Definitionen von *Holzschnitt und *Holzstich zuzuordnen
sind. |
|
Holzschnitt |
*Hochdruckverfahren, bei dem ein parallel zu den Fasern geschnittenes
Stück Langholz (auch mit starkem Furnier belegte Holzplatten) als
*Druckstock dient. Das Bildmotiv wird mit verschiedenen Messern (z.B.
Rund-, Flach- und Hohleisen, Geißfuß) in das Holz gegraben, wobei der
Verlauf der Maserung die Arbeitsrichtug wesentlich bestimmt. Typisch für
den Holzschnitt sind die kräftigen Linien und Farbkontraste. |
Holzstich
|
*Hochdruckverfahren, dessen *Druckstock, meist die quer zur Faser
geschnittene Hirnholzscheibe eines sehr harten Holzes, im Gegensatz zum
*Holzschnitt ein nicht richtungsgebundenes Arbeiten, eigentlich
Gravieren, mit feinen Grabsticheln erlaubt. |
|
Hyalographie |
=*Glasklischeedruck |
|
Ilfochrome |
*Cibachromeverfahren
|
|
Installation |
Im
Gegensatz zur *Skulptur tritt die Installation in ihrer räumlichen
Struktur über sich hinaus und greift gestaltend und verändernd in den
sie umgebenden Raum ein. Sie setzt sich in der Regel aus
unterschiedlichen technischen Mitteln, typischerweise mit
interdisziplinärer Tendenz (*Multi Media) zusammen. Kennzeichnend ist
ihre spezifische Anpassung an den jeweiligen Raum. Folglich besitzt sie
nur an einem einzigen Ort Gültigkeit, ohne den sie nicht denkbar ist,
während sie gleichzeitig dessen Neubewertung ermöglicht. |
|
Kaltnadelradierung |
*Tiefdruckverfahren, bei dem das Motiv mit der Radiernadel direkt in die
*Druckform (meist eine härtere Kupfer, seltener eine weiche Zinkplatte)
geritzt wird. Das herausgeritzte Metall bildet am Rand der Linie Grate
(kleine Wölbungen), an denen beim Einfärben der Platte verstärkt Farbe
haften bleibt. Das führt beim Druck zu den erwünschten und typischen
Unschärfen an den Linienrändern, dem 'Kaltnadeleffekt'. Der starke Druck
der Presse und die Wischvorgänge flachen die Grate ab, so daß nur bei
einer geringen Anzahl von Drucken dieser Effekt erzielt werden kann.
Durch *Verstählen der Platte kann die Auflage erhöht werden. |
Kartondruck/
Kartonschnitt |
*Hochdruckverfahren,
das dem *Linolschnitt ähnlich ist. Die Druckform besteht in diesem Fall
aus Karton. |
|
Kombinationsdruck |
Bezeichnung für künstlerische Druckgraphik in mehreren Drucktechniken.
Heute weitgehend von der ungenauen, aus dem Bereich der Malerei
kommenden Bezeichnung *Mischtechnik verdrängt. |
|
Künstlerbuch |
Von einem
oder mehreren Künstlern gestaltetes, signiertes und numeriertes Buch
oder Buchobjekt in limitierter Auflage mit Originalzeichnungen, *-graphiken
oder künstlerischen *Photographien (und spezifischer *typographischer
Gestaltung, sofern Sprache und Schrift daneben von gleichrangiger
künstlerischer Bedeutung sind), bzw. ein Konglomerat aus diesen
Arbeiten. |
|
Künstlerdruck |
*Auflage |
Kupferstich
|
Innerhalb
der druckgraphischen Verfahren das älteste *Tief-druckverfahren. In eine
glatt geschliffene, mit dünner Firnis- oder Wachsschicht überzogene und
anschließend mit Kreide geweißte oder Ruß geschwärzte Metallplatte
(meist Kupfer, selten Zink, Eisen oder Silber) werden mit dem
Grabstichel o.ä. Linien eingegraben. Dort wo der Stichel ansetzt, ist die
Furche haarfein, sie verbreitert sich dann unter dem Druck der Hand des
Stechers und endet mit Nachlassen des Druckes wieder haarfein. So
entsteht die für den Kupferstich typische 'Taille', das wesentliche
Unterscheidungsmerkmal zur *Radierung (*Kaltnadelradierung,
*Strichätzung), bei der die Linien weitgehend gleichbleibend stark sind.
Nachdem das Motiv eingeritzt ist, werden die aufgeworfenen Metallgrate
abgeschliffen, die Platte wird eingefärbt und gedruckt.
|
|
Lichtdruck |
*Flachdruckverfahren, bei dem eine mit Gelatine beschichtete 8-10 mm
starke Glasplatte als *Druckform dient, die mit Kalium- oder
Ammoniumbichromat lichtempfindlich gemacht wird. Während die Gelatine
trocknet, steigen in ihr Wasserteilchen nach oben und sprengen die
bereits getrocknete Oberflächenhaut. Es bilden sich feine Risse. Auf
dieser sogenannten 'Runzelkorn-Oberfläche' wird direkt ein ungerastertes
Negativ belichtet. Beim anschließenden Aufkopieren des Negativs wird die
Gelatine vom Licht je nach Transparenz des Negativs gehärtet. Nun wird
die *Druckform angefeuchtet. Wenig belichtete, also wenig gehärtete
Stellen quellen wie bei der *Lithographie auf, d.h. sie stoßen beim
Druck die fetthaltige Farbe ab, auf stark belichteten, also gehärteten
Stellen bleibt die Farbe dagegen haften. Für den eigentlichen Druck
werden spezielle Lichtdruckpressen mit zwei Farbwerken eingesetzt. Die
Besonderheit des Lichtdrucks besteht darin, daß mit ihm, im Gegensatz
zum *Siebdruck, Halbtöne gedruckt werden können. Beide Verfahren werden
deshalb häufig kombiniert. (*Kombinationsdruck).
|
|
Linolschnitt |
*Hochdruckverfahren, bei dem aus einer Linoleumplatte (Korkmehl, Harz
und oxydiertes Leinölfirnis auf Jutegewebe) das Bildmotiv z.B. mit
Messer, Hohleisen oder Stichel herausgeschnitten wird. Bei einer
speziellen Variante des mehrfarbigen Linolschnitts, der sogenannten
'Verlorenen Form', wird die Platte nach jedem Druckvorgang weiter
bearbeitet und dann zur *Druckform für die nächste Farbe. Die komplette
Auflage eines mehrfarbigen Linolschnitts kann so von nur einer Platte
gedruckt werden. |
Lithographie
|
(griech.
lithos = Stein): *Flachdruckverfahren, bei dem traditionell eine 10-15 cm dicke
Platte aus kohlensaurem Solnhofer Kalkschiefer als *Druckform fungiert,
da dieser Stein Fett und Wasser gleichermaßen gut aufnimmt. Der Stein
wird plan geschliffen und anschließend mit Alaun entsäuert. Auf den so
präparierten Stein wird mit fetthaltiger Tusche oder Kreide gezeichnet.
Die fetthaltigen Substanzen verbinden sich mit dem kohlensauren- zu
fettsaurem Kalk, einer Schicht, die Fett aufnimmt, Wasser jedoch
abstößt. Die nicht bezeichneten Stellen werden befeuchtet und mit einer
Mischung aus *Gummi Arabicum und verdünnter Salpetersäure bestrichen
und so fettabstoßend gemacht (*Ätzung). Mit einer *Asphaltlacklösung,
die das gezeichnete Fettbild verstärkt, und Terpentintinktur, die dessen
ursprüngliche Farbe entfernt (und so die Zeichnung unsichtbar macht),
wird die Platte anschließend geschwemmt. Danach wird sie erneut
befeuchtet, mit einer Walze wird fette Druckfarbe aufgetragen, die nur
an den bezeichneten Stellen haftet (und so die ursprüngliche Zeichnung
wieder sichtbar macht) und gedruckt. Die lithographische Handpresse, für
den künstlerischen Druck immer noch unentbehrlich, unterscheidet sich
wesentlich von Hoch- und Tiefdruckpressen. Am besten bewährt hat sich
die sogenannte Sternpresse, eine Rollenpresse, die von Hand mit Hilfe
eines sternförmigen Triebrades betätigt wird. Der vom *Druckträger
(z.B. *Papier) bedeckte Stein ruht auf einer beweglichen Unterlage, die
zwischen zwei kräftig drückenden Rollen hindurchgetrieben wird, wobei
die Druckfarbe auf das Papier gepreßt wird. Es gibt zahlreiche
Verfahrensvarianten, so z.B. die Feder-, Pinsel- oder
Kreidelithographie, Drucke von Zinkoder Aluminiumplatten.
|
|
Mezzotinto |
= *Schabtechnik |
|
Mischtechnik |
Ungenaue Bezeichnung
(auch) für druckgraphische Arbeiten, die in verschiedenen Techniken
hergestellt werden (*Kombinationsdruck). |
|
Mixed Media |
=*Multi
Media |
| Multi Media |
(lat.:
multus = viel, medius = dazwischen): auch Mixed Media genannt.
Verknüpfung mehrerer Kunstdisziplinen und/oder neuer Technologien zu
einer neuen Einheit beziehungsweise einem Medienverbund. Ziel ist die
Sensibilisierung des Betrachters durch die Aktivierung aller Sinne, so
daß die Wahrnehmung einen erhöhten Aufmerksamkeitsgrad erfordert.
Zentrales Kennzeichen der Multi Media ist die Auflösung der
traditionellen Kunstgattungen, die sich aus der erklärten Absicht
ergibt, eine Erweiterung des konventionellen Kunstbegriffs anzustreben.
Multiple (engl. = viel-,
mehrfach): In den 50er Jahren als Ausdruck der
Demokratisierungsbestrebung in der Kunst entstandenes, meist
kleinformatiges, dreidimensionales, häufig preisgünstiges Kunst-*Objekt
"für jedermann", dessen Vervielfältigung wichtiger Bestandteil seiner
Konzeption wie auch Existenz selbst ist.
|
|
Objekt |
Generell
ein dreidimensionales Kunstwerk, das nicht den Bereichen *Plastik oder
*Skulptur zugerechnet werden kann. Im eng gefaßten Sinn ein
dreidimensionales Kunstwerk, bei dem an die Stelle der Ab- bzw.
Nachbildung der reale Gegenstand selbst tritt. So werden
Alltagsgegenstände, häufig bereits ge- oder verbraucht (Wohlstandsmüll),
unverändert übernommen (Objet trouvé)
oder künstlerisch
veroder abgewandelt zum Kunstwerk selbst bzw. Teil desselben. Der
kreative Prozeß besteht in der Auswahl und Zusammenstellung der
Gegenstände und Materialien, deren Ziel sowohl die Realitätsannäherung
als auch die Erweckung neuer Assoziationen sein kann. |
|
Offsetdruck |
Bereits
Alois
Senefelder - er entdeckte 1797 die *Lithographie - erkannte, daß nicht
nur Stein sondern auch Metallplatten durch Bearbeitung Wasser abstoßende
und Fett annehmende Eigenschaften erhalten können. Eigentlich nahm die
industrielle Verwendung der lithographischen Verfahren damit ihren
Anfang und wurde so über die Erfindung der photomechanischen
Beschichtung von Zinkplatten zur Grundlage des modernen Offsetverfahrens,
d.h. eines maschinellen *Flachdruckverfahrens. Dabei wird das Druckmotiv
von der *Druckform (Folie oder Metallplatte) auf einen mit Gummi
bespannten Zylinder und von diesem auf das Papier übertragen. Träger des
Druckbildes sind Aluminium-, Zink- oder Mehrschichtenplatten, auf die
heute meist photomechanisch kopiert wird. Der Offsetdruck erlaubt
Auflagen von nahezu unbegrenzter Höhe und ermöglicht die exakte
Wiedergabe künstlerischer *Unikate. Es ist daher von Fall zu Fall zu
prüfen, ob er als *originalgraphisches Verfahren oder reines
Reproduktionsverfahren angewandt wird. |
|
Original |
Gebraüchlicher Begriff sowohl für *Unikate als auch multiplizierte Kunst
(*Originalgraphik, *Objekt, *Multiple, *Plastik; *Skulptur,
*Künstlerbuch, künstlerische *Photographie), soweit das Urheberrecht
beim ausführenden Künstler liegt. |
|
Originalgraphik |
Gattungsbegriff sowie in der *Druckgraphik Bezeichnung für das
Einzelblatt einer *Auflage (neben der kein motivgleiches *Unikat bzw.
keine Vorlage existiert), bei dem der Künstler selbst Entwurf,
*Druckform, Druck bzw. Drucküberwachung und Signatur ausführt. |
|
p.p.(engl.
printer's proof) |
*Auflage
|
| Papier |
(spätmhd. papir,
von Papyrus): Flächiger Werkstoff v.a. aus Fasern meist pflanzlicher
Herkunft, bei Flächengewichten von ca.
170 - 1000 g/m2
als Karton bezeichnet. Schwerer Karton, vorwiegend aus Holzschliff,
Stroh und Recycling-Material. wird als Pappe bezeichnet. Die Wahl des
Papiers beeinflußt bei allen graphischen Techniken das Ergebnis. Deshalb
wurde im Laufe der Zeit eine Vielzeit von Spezialpapieren, z.B.
Kupferdruckpapier entwickelt. Im künstlerischen Bereich ist Büttenpapier
von besonderer Bedeutung. Zu dessen Herstellung wird ein dünnflüssiger
Brei aus Wasser, Hadern (Textilreste aus Naturfasern) oder Zellstoff vom
Schöpfer auf einem siebbespannten Holzrahmen aus der Bütte gehoben.
Während das Wasser abläuft, schüttelt er die Schöpfform, so daß der Brei
gleichmäßig verfilzt. Der so geschöpfte Bogen wird anschließend gepreßt
und getrocknet. Handgeschöpftes Bütten zeichnet sich durch seine
allseitig unregelmäßigen Ränder aus, die beim maschinell hergestellten
(Rollen-) bütten an den beiden Schnittkanten durch nachträgliches Reißen
erzeugt werden. |
|
Papierpulpe |
Breiige
Masse, Mischung aus Faserstoffen, Altpapier und Wasser. Papierpuppe ist
ein Zwischenprodukt des Papier-Produktionsprozesses (*Papier). |
|
patinieren |
Die
Erzeugung einer äußeren Schicht von Metallen, im künstlerischen Bereich
in der Regel künstlich, d.h. durch Behandlung, z.B. mit Ammoniumsalz,
Essigsäure oder Pflanzensäften, um eine veränderte Oberflächenstruktur
und Tönung zu erreichen. Die natürliche Patina (eigentlich eine
natürliche Schutzschicht bei Metallen), entsteht relativ langsam und
unregelmäßig durch die Einwirkung von Feuchtigkeit und den
Kohlendioxid- und Schwefeldioxidanteil der Luft. |
| Photographie |
(griech.
phos = Licht, graphein = schreiben): Gesamtheit der Verfahren zur
Herstellung dauerhafter Abbildungen von beliebigen Objekten durch
Einwirkung von Strahlen auf Schichten, deren physikalische oder
chemische Eigenschaften unter dieser Energieeinwirkung verändert werden.
Der Einfluß der Photographie auf die klassischen Drucktechniken ist
groß. Sie kann diese teilweise ersetzen bzw. überholen, so z.B. die
*Heliogravüre den *Kupferstich und das Photolitho die *Lithographie.
Daneben ermöglichte die Photographie die Entwicklung neuer
*drucktechnischer Verfahren wie zum Beispiel: *Glasklischeedruck,
*Gummidruck, *Offsetdruck, *Platin-Palladium-Druck. |
|
Photoätzung |
=*Heliogravüre
Photogravüre: =*Heliogravüre
|
| Plastik |
(griech.
plassein = aus weicher Masse formen): Bezeichnung dreidimensionaler
Kunstwerke, die aus formbarem Material, z.B. Ton, Gips oder Wachs
modelliert werden sowie für deren Abgüsse (z.B. Bronzeplastik). Im
Gegensatz dazu steht die *Skulptur, wobei sich die Begriffsgrenzen in
der zeitgenössischen Kunst weitgehend verwischt haben.
|
| Platin-Paladium-Druck |
Werden heute zur photographischen Reproduktion Papiere verwandt, auf
denen durch den Entwicklungsprozeß das Bild entsteht, geschieht dies
beim ursprünglichen Platindruck, einem Eisenauskopierverfahren, bereits
beim Belichten und anschließendem Tonen und Fixieren auf speziellem
Auskopierpapier. Dieses Verfahren ermöglicht sehr feintonige
Farbübergänge. Der Durchsetzung dieser Technik, die zu Ergebnissen von
konstanter Haltbarkeit führt, stand der hohe Platinpreis entgegen, bis
das preiswertere Paladium als Alternative entdeckt wurde. |
|
Prägedruck |
Ursprünglich *Tiefdruckverfahren, bei dem ein Gegenstand, z.B. Stempel,
mit großem Druck in den *Druckträger (meist Papier oder Karton)
hineingedrückt wird. Anschließend wird der Gegenstand entfernt; er
hinterläßt im Druckträger seine Oberflächenstruktur. Heute wird der
Begriff weitergefaßt und beinhaltet auch das dem *Hochdruck
zuzurechnende Hervorheben von Teilen des Druckträgers (*Carborundum).
Ein Prägedruck ohne Farbe wird Blindprägung oder -druck genannt.
|
Profilmelogramm
|
(griech.-lat.
melos = Melodie, Gesang, Lied; griech. gramme = Schrift): Arbeiten,
die als Zeichnungen oder *Collagen sowie als graphische Umsetzung von
Notenverläufen gesehen werden können, bezeichnet Gerhard Rühm als
Melogramm. Bei Profilmelogrammen geht es speziell um die Darstellung von
Gesichtern aus der Seitenperspektive.
|
|
Radierung |
(lat. radere =
kratzen, schaben): Ursprünglich Bezeichnung für ein im 16. Jahrhundert
aus dem *Kupferstich entwickeltes, der *Strichätzung sehr ähnliches
*Tiefdruckverfahren. Heute wird der Begriff Radierung überwiegend als
Sammelbezeichnung für Tiefdruckverfahren verwendet, bei denen von
Platten (aus Metall, meist Kupfer, Zink, Aluminium, hartem Kunststoff (
z.B. Acryl, PVC) oder sogar Glas) gedruckt wird, in die vorher das Motiv
geritzt (*Kaltnadelradierung) und/oder geätzt (*Strichätzung) wurde,
sowie deren zahlreiche Spielarten (z.B. *Aquatinta, *Schabtechnik,
*Weichgrundätzung). Von allen druckgraphischen Techniken ist die
Radierung die variantenreichste, da ihren technischen Möglichkeiten und
Kombinationen kaum Grenzen gesetzt sind.
|
|
Schabtechnik |
(= Schabkunst = Mezzotinto
= englische
Manier): *Tiefdruckverfahren,
*Radierung, bei dem nicht wie sonst üblich Vertiefungen in die
`Druckform geritzt oder geätzt werden, die nach dem Einfärben und
Drucken als dunkle Linien und Flächen auf hellem Grund stehen, sondern
bei dem von Dunkel nach Hell gearbeitet wird. Die gesamte *Druckform, in
der Regel eine Metallplatte oder *Aquatinta, wird mit einem Wiegemesser,
dessen bogenförmige Scheide geriffelt ist, bearbeitet. Dies geschieht
durch kräftige Schaukelbewegungen in alle Richtungen und wird solange
fortgesetzt, bis die Druckform gleichmäßig und eng mit kleinen
Vertiefungen übersät und damit aufgerauht ist. Anschließend wird das
Motiv mit einem Schabeeisen herausgeschabt, d.h. die jeweiligen Stellen
werden geglättet. Durch Nachbehandlung mit einem Polierstahl können die
Vertiefungen auch ganz entfernt werden, so daß beim Druck keine Farbe
mehr haftet und das unbedruckte Papier oder der Plattenton erhalten
bleibt. Mit der Schabtechnik werden tonige Flächenübergänge und damit
malerische Wirkungen erzielt.
|
|
Serigraphie |
Unter
diesem Begriff versteht man heute eine im *Siebdruck erstellte
*Originalgraphik. Wesentlich ist dabei, daß die Schablone (*Siebdruck)
vom Künstler selbst angefertigt wurde. |
|
Siebdruck |
Druckverfahren, bei dem die *Druckform aus einem siebartigen Gewebe
besteht, das beim künstlerischen, anders als beim industriellen
Siebdruck in der Regel über einen Rahmen gespannt ist. Auf diesem Sieb
wird ein Bildmotiv derart festgelegt, daß diejenigen Partien durchlässig
bleiben, die auf dem *Druckträger (z.B. Papier) gedruckt werden sollen.
Abgedeckt wird, was nicht bedruckt werden soll. Ein druckfertig
präpariertes Sieb nennt man Schablone. Beim Druckvorgang wird die Farbe
mit einer Rakel durch die offenen Stellen des Siebes auf den
*Druckträger gepreßt. Für jede zu druckende Farbe muß eine separate
Schablone gefertigt werden, zu deren Herstellung es eine Vielzahl von
Methoden und Materialien gibt. So werden u.a. Abdeck-, Auswasch-,
Papier- und, heute am häufigsten, Photoschablonen verwandt. Für letztere
wird das Sieb mit einer lichtempfindlichen Emulsion beschichtet. Alle
lichtundurchlässigen Materialien, die sich zwischen einer Lichtquelle
und dem beschichteten Sieb befinden, können auf das Sieb kopiert werden.
Die belichteten Partien des Siebes werden dabei gehärtet, d.h.
farbundurchlässig gemacht. Unbelichtete Flächen werden dagegen
ausgewaschen, das Sieb dadurch geöffnet und farbdurchlässig.
|
| Skulptur |
(lat.
sculpere = schnitzen): Bezeichnung dreidimensionaler Kunstwerke, die aus
festem Material (z.B. Stein, Holz) geschnitten, geschnitzt, geschlagen
oder gemeißelt wurden, d.h. durch Entfernen von Material entstanden
sind. Im Gegensatz dazu steht die *Plastik. In der Kunst nach 1945 haben
diese Begriffe ihren ursprünglichen Sinn weitgehend verloren, da
Material und Entstehungsprozeß dreidimensionaler Arbeiten die
traditionellen Formen sprengen. In der Regel ist die Skulptur ein
*Unikat und nur in Ausnahmefällen ein Auflagenwerk. |
|
Steingravur |
Variante der *Lithographie, die ausnahmsweise dem *Tiefdruck-verfahren
zuzurechnen ist. In die Grundierung (Beschichtung) eines Lithosteins
wird mit einer Radiernadel oder einem Gravurdiamanten ein Bildmotiv
gegraben, so daß am unteren Ende der geritzten Linie der Stein
freiliegt. Danach wird die beschichtete Oberfläche geätzt, die
Grundierung entfernt und die Steinoberfläche geölt. Die anschließend mit
einem Tampon aufgetragene Druckfarbe haftet nur an den gravierten
Stellen.
|
|
Steinguß |
*Plastik.
Gußverfahren, bei dem die Gußmasse aus Steinpulver und Kalk besteht
(vgl. *Betonguß). |
Strichätzung
|
*Tiefdruck,
*Radierung. Die *Druckform wird, nachdem sie poliert, entfettet und
erhitzt wurde, mit *Ätzgrund überzogen. In diesen Ätzgrund wird mit
einer Radiernadel das Bildmotiv geritzt. Danach werden Rückseite und
Kanten der Druckform mit *Asphaltlack überzogen. Im anschließenden
Säurebad werden die freigelegten, d.h. bezeichneten Plattenpartien - je
nach Verweildauer unterschiedlich tief - in die Druckform geätzt. Nach
Entfernen des Ätzgrundes wird die Druckfarbe mit Walze und Druckerballen
(aus Textilien) auf der erwärmten Platte in die geätzten Vertiefungen
gewischt und die plane Plattenoberfläche wieder farbfrei gereinigt. Die
in die Ätzrillen gedrückte Farbe erscheint auf dem *Druckträger (meist
*Papier) als Linie. |
|
Tiefdruck |
Druckverfahren, bei
dem die druckenden, also Farbe abgebenden Teile der *Druckform tiefer
liegen als deren Oberfläche. Unterschieden werden die sogenannten
kalten oder trockenen und die sogenannten warmen oder nassen
Tiefdrucktechniken. Bei ersteren werden die Vertiefungen manuell in die
Druckform gearbeitet (*Kaltnadelradierung, *Kupferstich, *Schabtechnik),
letztere sind die Ätzverfahren, hei denen Säuren die Vertiefungen in die
Druckform ätzen (*Aquatinta, *Steingravur, *Strich-, *Weichgrund-.
*Zinkätzung). |
| Typographie |
(griech.
typos =
Druck, graphein = schreiben): Künstlerische Gestaltung eines
Druckerzeugnisses durch die bewußte Wahl von Schrifttype, Satzspiegel,
Format, Papier etc. mit dem Ziel eines ästhetischen Gesamteindrucks. |
|
Unikat |
Nur in einem einzigen
Exemplar hergestelltes Kunstwerk. |
|
Vernis mou |
(frz.: weicher Firnis,
Lack): *Weichgrundätzung.
|
|
verstählen |
Bei der
*Radierung, speziell der *Kaltnadelradierung, unterliegt die *Druckform,
in diesem Fall eine Metallplatte, einer schnellen Abnutzung durch
Wischvorgänge und Pressendruck. Die Platten werden deshalb häufig in
einem galvanischen Bad mit einer dünnen Stahlschicht überzogen. Nur
diese 'Stahlhaut' nutzt sich im wesentlichen beim Auflagendruck ab, die
eigentliche Metallplatte der Kaltnadelradierung selbst ist geschützt.
Die Anzahl der Auflagendrucke kann somit erhöht werden. |
|
Vintage |
(eigentlich 'Vintage
print'):
Photographischer Abzug, der vom Künstler persönlich und
möglichst direkt nach der Aufnahme hergestellt wird. |
|
Weichgrundätzung |
(Vernis
mou):
*Tiefdruckverfahren, *Radierung. Die *Druckform, in der Regel eine
Metallplatte, wird mit einer weichen, klebrigen Lackmasse überzogen.
Darauf wird rauhes Zeichenpapier gelegt, auf das das Bildmotiv mit
Kreide oder Stift gezeichnet wird. Anschließend wird das Papier
abgehoben, wobei an dessen Unterseite an den bearbeiteten Stellen die
Lackmasse haften bleibt. Das Säurebad ätzt die freigelegten Partien, die
so zum Haftgrund für die Druckfarbe werden. Typisch für die
Weichgrundätzung ist der weiche Rand der gedruckten Partien, die eher
einem Pinsel- als einem Zeichenstrich, wie bei der *Strichätzung,
gleichen.
|
|
Zinkätzung |
(Relief-Druck): *Radierung. Ätzverfahren, das dem *Hochdruck zuzurechnen
ist. Auf eine Zinkplatte (*Druckform) wird mit *Asphaltlack das
Bildmotiv aufgetragen. Im anschließenden Bad aus verdünnter
Salpetersäure werden die nicht bezeichneten Stellen weggeätzt. Nur die
bezeichneten, erhabenen Plattenpartien werden eingefärbt und gedruckt.
|
|
Zinkographie/
Zinkotypie |
*Flachdruck.
Photomechanische Beschichtung von Zinkplatten (*Offsetdruck). Heute wird
der Begriff fälschlicherweise manchmal für *Radierungen auf Zinkplatten
verwendet.
|
 |
top |